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Mit Klassik und Rock gegen Postmeister

Am Dienstag dem 22. Juli demonstrierten rund 150 Menschen gegen die Neonazikneipe "Postmeister" am Bielefelder Kesselbrink. Mit Röcken bekleidet bot die Gruppe "Lebenslaute" klassische Musik live und unplugged.

Nach einem Auftakt auf dem Jahnplatz nahm zuerst die Polizei zum Geschehen Stellung. Obzwar nicht angemeldet, wolle man die Aktion dennoch unterstützen, schallte es aus dem Polizeilautsprecher. Dazu war neben den Bielefelder Einsatzkräften und der Staatsschutzabteilung eigens eine Hundertschaft aus Gelsenkirchen angerückt. Als die Zählung der DemonstrationsteilnehmerInnen wohl ergab, dass die Beamten in der Überzahl waren, wurden die Gelsenkirchener wieder nach Hause geschickt. Auch von der nachfolgenden starken Präsenz der Polizei und der Ankündigung gegen bekannte beteiligte Gruppen und Einzelpersonen Strafverfahren einzuleiten, ließen sich die AntifaschistInnen nicht einschüchtern.

Nach einem kurzen Demonstrationszug zum Postmeister fand dort ein rund zweistündiges Konzert mit Streichmusik statt. Es spielte die Aktionsgruppe Lebenslaute, die bundesweit klassische Musik zu politischen Anlässen aufführt. Neben einer Arie von Händel und einem ironischen Lied über "Nationalgefühle", erklangen irische und jiddische Stücke sowie Werke von Mozart und Bartok. In Redebeiträgen wurde eine Bilanz der bisherigen Kampagne gegen den Nazitreffpunkt gezogen, die Zusammenhänge von rechter Ideologie und gegenwärtiger Asylpolitik aufgezeigt und zur Unterstützung von sechs Ashkali-Familien aufgerufen, die nach jahrelangem Aufenthalt in Bielefeld jetzt von Abschiebungen bedroht sind.

In und vor dem Postmeister hielten sich während Konzert und Kundgebung zahlreiche Neonazis auf. Darunter waren mit Stehmann, Spilker, Liewald oder Raball etliche langjährige Aktivisten und Funktionäre der Region. Der alte Aktivist der NPD und der 1992 verbotenen "Nationalistischen Front", Eckbert Böhmfeld, begab sich direkt zur Kundgebung und versuchte TeilnehmerInnen zu fotografieren. Er kam aber zügig einer Aufforderung nach, sich zu entfernen. Zum Abschluss verließen die AntifaschistInnen den Kungebungsplatz, um direkt vor dem Postmeister ihrem Unmut über die Neonazis noch einmal lautstark Ausdruck zu verleihen. Ein Zug zum Jahnplatz beschloss die Aktion.

"Es kam zu keinen Zwischenfällen", erklärte "Courage gegen rechts" in einer Presseerklärung. Das Bündnis will seine "erfolgreiche Arbeit gegen den Nazitreff Postmeister am kommenden Dienstag mit einer Studierenden-Demonstration des AStA der Uni Bielefeld fortsetzen."

(Antifa West, Juli 2003)