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Pink & Silver gegen Postmeister

Am 18. März 2003 fand eine bunte Demonstration gegen den „Postmeister“ statt. Durch „Radical Cheerleading“ wurde dem Protest gegen das „Sturmlokal“ der Neonazis lautstark und lebendig Ausdruck verliehen.

An der zweiten diesjährigen Demonstration gegen den Neonazitreffpunkt in Bielefeld beteiligten sich rund 200 bis 250 Menschen. Die AntifaschistInnen trafen sich um 19.00 Uhr auf dem Jahnplatz, wo zu diesem Zeitpunkt noch eine Antikriegskundgebung stattfand. Mit Trommeln, Tröten und Puscheln zog die Demonstration dann vor den „Postmeister“ am Kesselbrink. Den Nazis sollte laut und schrill klar gemacht werden, dass die Zeit für ihr „Sturmlokal“ abgelaufen ist. Nach einer Kundgebung ging es gegen 20.00 Uhr zurück zum Jahnplatz.

Die Aktion war als Happening angekündigt. Eine Gruppe von AntifaschistInnen praktizierte erstmals in Bielefeld das „Radical Cheerleading“. Pink & Silver gekleidet und mit rosa Puscheln ausgestattet, zogen sie vor der Demonstration her und sorgten durch rhytmischen Gesang und Parolen für Stimmung. Während die Choreographie einige Übung verlangte, konnten die TeilnehmerInnen Slogans und Lieder mitrufen und mitsingen. Anders als bei der traditionellen Form des Cheerleadings waren auch Männer beteiligt, womit althergebrachte Geschlechtskonstruktionen hinterfragt und aufgebrochen werden sollten.

Der „Postmeister“ war im Gegensatz zur letzten Demonstration am 25. Februar nicht geschlossen und von der Polizei weiträumig abgesperrt worden. Rund 20 Neonazis befanden sich in der Kneipe, deren Rolläden weitgehend herunter gelassen waren. In den letzten zwei Jahren hatten sich Dienstags etwa doppelt so viele Nazis in dem Lokal getroffen. Der „Postmeister“ ist jedoch weiterhin „Teil einer neonazistischen Lebenswelt“, wie es in einem Flugblatt hieß. Neben Treffpunkten, wie dem Postmeister besteht diese aus „Rechtsrock-Konzerten, Naziaufmärschen, ideologischen Schulungen und wehrsportähnlichen Übungen (...) Vornehmlich männliche Jugendliche werden hier zu Gewalt ausübenden Rassisten herangezogen.“ Eine Rednerin kritisierte zudem die Dortmunder Aktienbrauerei, die bereits vor einem Jahr über den Nazitreffpunkt informiert worden sei, die Kneipe aber weiterhin an die Wirtin Katja Robson verpachte.

Die Aktion war von den InitiatorInnen nicht bei der Polizei angemeldet worden, was im Vorfeld zu Irritationen geführt hatte. Die Polizei hatte eine niedrige Einschreitschwelle angekündigt und den „Postmeister“ stärker abgeriegelt. Wegen der fehlenden Anmeldung will sie laut Polizeibericht prüfen, „inwieweit Strafermittlungen aufgenommen werden“. Auf der Demonstration kam es jedoch zu keinerlei Zwischenfällen. Gegenüber dem Webwecker Bielefeld zeigte sich sogar ein Polizeisprecher zufrieden mit dem Ablauf und bezeichnete das „Radical Cheerleading“ als „Superaktion“.

(Antifa West, März 2003)