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The way of Kaselowskystraße

Keine Neonazis, sondern der Rat der Stadt Bielefeld beschloss Ende August 2001 die Umbenennung eines Teils der Hochstraße in Kaselowsky-Straße. Nur die PDS und die Grünen stimmten dagegen. In der ersten Vorlage war sogar noch der Name Richard Kaselowsky erwähnt12 worden. Doch auch so fehlt es dem Akt nicht an der nötigen Symbolik. Richard Kaselowsky, wohl bekanntester Abkömmling der Familie, war Mitglied des »Freundeskreis Heinrich Himmler«, einem Kreis von »Wirtschaftsführern«, der die SS ideell und finanziell unterstützte. Mit einem »Jahresbeitrag« von 40.000,- Reichsmark (heute käme das in etwa einer Millionenspende gleich) trug der Bielefelder Unternehmer zur Finanzierung der Terrororganisation bei. Dem Parteigenossen wurde als Vertreter der Firma Oetker schon 1937 die »goldene Fahne« als NS-Musterbetrieb vom Gauleiter überreicht. Auch für die Ratsmitglieder keine unbekannten Fakten, denn seit über 30 Jahren beschäftigt die Stadt die Biographie Kaselowskys. 1968 wurde auf Wunsch Oetkers die Kunsthalle nach ihm benannt, ein Skandal, der u. a. dazu führte, dass der damalige Ministerpräsident Heinz Kühn der Eröffnung fernblieb. Dennoch dauerte es 30 Jahre bis der Rat unter dem Druck eines geplanten Bürgerbegehrens 1998 endlich den Beinamen »Richard Kaselowsky Haus« strich.

Westfalenblatt am rechten Rand

Zum 27.10.1999 sagte der Chefredakteur des Westfalen-Blattes Rolf Dressler eine Veranstaltung im Burschenschaftshaus der »Normannia-Nibelungen zu Bielefeld« ab. Thema sollte die Frage »Politik und Medien - Wer regiert Deutschland« sein. Die Beweggründe Dresslers waren nach Darstellung der Burschenschaft weniger deren extrem rechte Aktivitäten, schließlich war zur vorherigen Veranstaltung Horst Mahler zu Gast gewesen, als eine angekündigte antifaschistische Protestaktion vor dem Haus. Das scheint glaubwürdig, denn Dressler erhielt in den 90er Jahren den Preis des christlich-fundamentalistischen »Arbeitskreis Christlicher Publizisten«.13 Im Westfalen-Blatt werden Ansichten vertreten, die der Weltanschauung der Burschen in nichts nachstehen. Zwei Jahre zuvor hatte sich die Zeitung deshalb eine Rüge des Deutschen Presserates eingehandelt. Damals hatte der Herausgeber Carl-Wilhelm Busse die angebliche Zunahme von Kinderschändungen, Vergewaltigungen und Messerstechereien als »Folge der Überschwemmung unseres Landes mit Ausländern« dargestellt.14 Das war bereits die zweite Rüge des Presserates. Schon zuvor war die »pauschale Verunglimpfung von Volksgruppen« in dem Blatt gerügt worden. Die Lokalzeitung hatte immer wieder mit derlei Skandalen auf sich aufmerksam gemacht. Zu den Leitartiklern gehörten Personen von ganz rechts, wie etwa Otto von Habsburg, der die Leserschaft regelmäßig auf einen Kurs hin zu einer neuen, völkisch geprägten Supermacht Europa einschwor. Auch Kurt Ziesel, ehemals Autor für die HJ-Zeitung »Wille zur Macht« und des »Völkischen Beobachters« in Wien schrieb für das Westfalenblatt."

12) NW 22.8.2001

13) Antifaschistische Nachrichten 25/97

14) nach Antifa NRW Zeitung, Sommer 1997

(Artikel aus: Stop Lifestyle of Hate, die extreme Rechte in OWL, Bielefeld, Januar 2002)