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Burschenschaftshaus bekommt Farbe

Einen "Farbbeutelanschlag" auf ihr Haus in der Schloßhofstraße 96 vermeldete die Burschenschaft Normannia-Nibelungen zu Bielefeld am 18. Mai 2003. "Ein politischer Hintergrund der Tat darf angenommen werden", heißt es in einer Erklärung der extrem rechts agierende Studentenverbindung. Allerdings: Die Burschen pflegen bundesweite und internationale Verbindungen ins neonazistische Spektrum.

Die Normannia-Nibelungen macht seit Jahren durch extrem rechte Veranstaltungen auf sich aufmerksam. Stadtbekannte Neonazis, Referenten aus dem Umfeld von NPD oder "Republikanern" gaben sich die Klinke in die Hand. Einer der ehemaligen Sprecher der Verbindung wurde als Mitglied der mittlerweile verbotenen "Nationalistischen Front" geführt und beteiligte sich auch danach bundesweit an extrem rechten Veranstaltungen. Auf dem Haus wurde Rassismus und Nationalismus verbreitet. (Siehe auch Artikel "Zwischen Neonazis und Karriere" auf dieser Site)

Dennoch versuchen sich die Burschen cosmopolitan zu geben. Immer wieder werden ausländische Gäste und Studenten auf der Homepage abgelichtet. So im November 2000 ein Treffen mit Niederländern der "Landesweiten Aktionsplattform Nationalistischer Studenten (LANS). Nach Angaben der LANS soll seit Jahren ein freundschaftlicher Kontakt zwischen den beiden Gruppen bestehen. Die lächelnden "Gäste aus den Niederlanden" entpuppten sich jedoch bei genauerem Hinsehen als hartgesottene Neonazis. Insbesondere der Burschenschaftsbesucher Michael Hubert gilt in den Niederlanden als Anführer der Szene in Eindhoven. NiederländischerAntifaschistInnen nennen ihn in der Zeitschrift "Lotta" eine "wichtige Figur in der der extremen Rechten". Demnach war Hubert u.a. Mitglied, Aktivist und Webmaster der neofaschistischen Partei "CP86" und später Aktionsleiter der "Voorpost Nederland". Seine Gruppe in Eindhoven war aktionistisch geprägt. "Sie machte mit Plakaten, Aufklebern und Schmierereien auf sich aufmerksam (...) Linke Aktivisten wurden ausspioniert und belästigt, es kam zu Zerstörungen an Büros und Wohnungen von Linken."1 Anfang 2000 besetzten die Neonazis eine leerstehende Kaserne und bauten sie zu einem Zentrum um - "Das völkische Autonome Zentrum", wie Hubert schrieb. Regelmäßig finden dort unter Beteiligung auch belgischer und bundesdeutscher Neonazis Treffen, Veranstaltungen und Konzerte statt. Neben anderen trat auch die ostwestfälische Rechtsrock-Band "Sleipnir" dort auf und die Hausband der Eindhovener Neonazis, "Brigade M" gab immer wieder Gastspiele in der Bundesrepublik.

Daher darf in der Tat "ein politischer Hintergrund der Tat" angenommen werden. Die Burschenschaft beklagt bereits den fünften Anschlag dieser Art in den letzten drei Jahren.2 Am 18. Mai sei auch ein Farbbeutel auf das Fenster eines chilenischen Gaststipendiaten aufgetroffen. Der allerdings habe es mit Humor genommen und gesagt: "Deutschland ist ein buntes Land". Ein Satz den sich die patriarchalische und antidemokratische Verbindung, auf deren Haus Horst Mahler gegen die "Überfremdung" hetzte, ins Stammbuch schreiben sollte.

(Antifa West, Juli 2003)

(1) Lotta, antifaschistische Zeitung aus NRW, Nr. 12, S. 35 f.
(2) Farbbeutelanschlag auf Burschenschaftshaus, Website der Normannia--Nibelungen, 26.7.2003