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Neonazis ehren Ernst von Salomon

Am Nachmittag des 23. November fand im Gebäudekomplex des Berghotel Quellental in Steinhagen eine neonazistische Veranstaltung statt. Rund 60 TeilnehmerInnen aus dem Spektrum der Freien Kameradschaften und der NPD besuchten einen Vortrag über den Freikorpskämpfer Ernst von Salomon.

Die Veranstaltung war in der extrem rechten Zeitschrift Nation Europa unter Angabe einer Handynummer konspirativ für den Raum Osnabrück angekündigt worden. Über einen Schleusungspunkt gelangten die Neonazis dann zum eigentlichen Ort des Geschehens. Dort hielt der extrem rechte Publizist Olaf Rose aus Bochum einen Diavortrag über Leben und Werk Ernst von Salomons und stellte ein Hörbuch vor, das anläßlich des 100. Geburtstages Salomons erschien.

Ernst von Salomon und die extreme Rechte der Weimarer Republik

Das Interesse der Neonazis an der Person Salomons ist nicht zufällig. Er gehörte zu den antidemokratischen Freikorpskämpfern nach dem Ersten Weltkrieg und zur extremen Rechten in der Weimarer Republik. Für die Teilnahme am Mord von Walther Rathenau saß er von 1922 bis 1928 eine Zuchthausstrafe ab. Seine Romane und Bücher sind vom Bild des heroischen Soldaten geprägt. Vor allem der 1938 erschienene Prachtband Das Buch vom deutschen Freikorpskämpfer ist eine Huldigung an diese Vorkämpfer des Nationalsozialismus. Sie spielten 1918 eine wesentliche Rolle bei der Niederschlagung der Novemberrevolution und wandten sich später militärisch gegen den liberalen und demokratischen Staat. Aus dem Fronterlebnis der Soldaten der Gleichheit vor dem Tod, unabhängig von sozialer Schichtung wurde in den 20er Jahren der Volksgemeinschaftsgedanke abgeleitet.

Huldigung soldatischen Geistes

Es ist denn auch vor allem der soldatische Geist und eine nationalistische Aufbruchstimmung, dessen mit diesem Hörbuch gehuldigt wird , schreibt die antifaschistische Zeitschrift 'Der Rechte Rand'. Sei es durch die Dramaturgie des gesprochenen Textes, die Inszenierung der Musik oder der Gestaltung des CD-Booklets . Professionelle Sprecher tragen, unterlegt von Musik und Geräuschkulissen, Passagen aus Salomons Roman Die Geächteten vor. Der Produzent Jirka Buder vom Projekt Vox Libri hat schließlich Erfahrung mit NS-Inszenierungen. Er war nach Angaben des 'Rechten Randes' einst in der Wikingjugend und im Trommlerzug der Freiheitlichen Arbeiterpartei (FAP) von St. Augustin aktiv. Beide Organisationen sind Mitte der 90er verboten worden. Nun will er mit dem Hörbuch das klingende Erbe wieder beleben. Die extrem rechte Presse von der Jungen Freiheit über das NPD-Organ Deutsche Stimme bis hin zu den SS-Veteranen der HIAG loben das Projekt begeistert. Der Freiwillige schreibt etwa, dass mit dieser Veröffentlichung eine absolute Neuheit im Umgang mit rechter Publizistik gefunden worden sei. Sie sei bestens geeignet gerade auch jüngere Menschen für anspruchsvolle Literatur zu begeistern.

(Antifa-West, März 2003)

Zitiert nach: Raabe, Jan und Grünert, Christian, Volksgemeinschaft als Hörerlebnis, In: Der Rechte Rand, Nr. 80, Jan./Febr. 2003