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Wehrsport in westfälischen Wäldern

Die Gewaltfaszination der Neonazis findet ihren Ausdruck nicht nur in Musiktexten und martialischen Abbildungen. Immer wieder kam es in den umliegenden Wäldern auch zu Wehrsportübungen. Bis 1995 simulierte das »Heimatschutzcorps Ostwestfalen« Gefechte im Wiehengebirge. Bei 13 Neonazis, die sich auch »Leibstandarte Adolf Hitler« nannten, wurden Waffen und SS-Uniformen gefunden. Angeleitet wurde die Truppe nach Angaben der Zeitschrift »Schlag Nach« von Peter Schulz, einem V-Mann des Verfassungsschutzes. Stellvertreter war demnach Manuel Haberhauer aus Brackwede7. 1997 sorgte ein weiterer Vorfall für Aufregung. Auf einem Grundstück in Sieker versammelten sich gut 20 uniformierte Personen. Der vorgebliche Vorsitzende des veranstaltenden »militärischen Traditionsclubs« stellte sich als bekannter Neonazi heraus, der mehrfach wegen Wehrsportübungen und Verstößen gegen das Waffen- und Kriegswaffenkontrollgesetz aufgefallen war.8 Zwei Jahre später stieß die Polizei bei einem mehrfach einschlägig vorbestraften Neonazi aus Porta Westfalica auf NS-Propagandamaterial und Waffen. Im gleichen Jahr tauchte unter dem Titel »Der Wehrwolf« eine bundesweite Feindliste der Neonazis auf. Kaum verhohlene Gewaltaufforderungen waren verbunden mit einer Anti-Antifaliste, die Adressen von jüdischen Gemeinden, Bundestagabgeordneten, antifaschistischen Gruppen oder Privatpersonen enthielt. Auch die ostwestfälische Neonaziszene war an der Liste beteiligt und hatte Adressen aus der Region zusammengetragen, darunter von Initiativen, die sich um die Betreuung von Flüchtlingen kümmern und Privatpersonen. Auch derzeit gibt

es Hinweise auf wehrsportähnliche Übungen und den Gebrauch von Waffen in der Szene. Verstärkt führen Neonazis aus dem Spektrum der verbotenen »Blood & Honour« Bewegung und der »Freien Kameradschaften« paramilitärische »Orientierungsmärsche« durch. Zuletzt fand am Wochenende des 22. September 2001 an den Externsteinen ein solcher Marsch statt. Organisiert wurde die wehrsportähnliche Übung durch Kameradschaften aus Schaumburg und Bünde. Die Koordination der gut 40 Teilnehmer aus Ostwestfalen, Niedersachsen und Berlin lag bei einem bekannten Neonazi aus Bünde. Der anwesenden Polizei teilten die »Kameraden« mit, es handele sich um einen »Städtewettkampf in Form einer Waldbegehung«, und die Beamten waren sich nicht zu schade, diese verharmlosende Formulierung gleich an die Presse weiterzugeben.9 »Neonazis spazierten um die Externsteine« titelte daraufhin die Lokalzeitung. Nach Berichten aus der Szene handelte es sich bei dem »Spaziergang« allerdings um einen Geländemarsch von 30 bis 40 Kilometern. Mit Leitsprüchen wie »Klagt nicht, kämpft« und »unsere Landser sind auch überall durchgekommen« hielten sich die Kameraden bei Laune. Dabei waren an fünf Stationen jeweils »Prüfungen« abzulegen.10 Zusammen mit der Waffenfaszination der Szene ergeben diese paramilitärischen Übungen ein gefährliches Gemisch. Zuletzt kam es im August diesen Jahres zum Einsatz von scharfen Waffen. Dabei wurde auf das Felix-Fechenbach-Denkmal in Warburg-Scherfede geschossen und das Denkmal beschädigt."

7) SchlagNach. Nr. 24, Sommer 1999

8) NW, 13.10.1997

9) Lippische Landeszeitung 25.9.2001

10) Webseite der Kameradschaft Weserbergland, 5.11.2001

(Artikel aus: Stop Lifestyle of Hate, Die extreme Rechte in OWL, Bielefeld, Januar 2002)