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Der Abschiebeknast in Büren

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Unheimlicher Rassismus in Deutschland - Warum in Büren demonstrieren?

Am 3. Oktober 2001 protestierten 1.500 Menschen in Büren gegen den dortigen Abschiebeknast. Das einzige ``Vergehen'' der inhaftierten Flüchtlinge: Sie haben in der Bundesrepublik Schutz vor Verfolgung gesucht. Ein Auszug aus dem Aufruf:

In Büren steht mit 560 Haftplätzen einer der grössten Abschiebeknäste Westeuropas. Die Menschen, die hier eingesperrt sind, haben keine Verbrechen begangen. Im Gegenteil, die meisten von ihnen sind vor Bürgerkrieg, Armut, Folter und Mord aus ihrer Heimat geflohen. Aber seit der faktischen Abschaffung des Asylrechts von 1993 ist es für Flüchtlinge kaum noch möglich ein Bleiberecht zu bekommen, und um eine Abschiebung sicherzustellen werden viele Flüchtlinge in spezielle Abschiebeknäste eingesperrt. Um einen Menschen in Abschiebehaft zu stecken, reicht allein der ``begründete Verdacht'' aus, dass sich dieser seiner Abschiebung entziehen will. Bis zu 18 Monaten kann dann die Inhaftierung dauern, was keine Seltenheit ist. Zur ``Disziplinierung'' von Gefangenen werden Arreststrafen verhängt, d. h. bis zu vier Wochen Leben in totaler Isolierung, ohne Radio, Zeitung, Fernsehen, Bücher, Telefon, ohne Kontakt zu Mithäftlingen. 1994 wurde bekannt, dass Abschiebehäftlinge mit der ``Schaukelfesselung'' gefoltert wurden. Am 30.08.1999 verbrannte Rachid Sbaai in einer Isolierzelle des Bürener Knastes. Aus Furcht vor der bevorstehenden Abschiebung haben sich seit 1993 dutzende Menschen das Leben genommen. Tote, die die herrschende Abschiebepolitik zu verantworten hat.

Als die Bürener Bevölkerung Anfang der 90er die Wahl zwischen einer Unterkunft für Flüchtlinge und dem Abschiebeknast hatte, entschied sie sich mit großer Mehrheit für den Knast. Fernab von jeder Öffentlichkeit, ausgestattet mit neuester Sicherheitstechnologie und umgeben von einer 6 Meter hohen Betonmauer befindet sich der Knast rund 8 Kilometer von Büren entfernt in einem Waldgebiet. Das war den meisten EinwohnerInnen wohl lieber als Flüchtlinge, die sich in ihrem schönen Dorf aufhalten. Büren ist ein Beispiel für den heimlichen und unheimlichen Rassismus in Deutschland.

(Artikel aus: Stop Lifestyle of Hate, die extreme Rechte in OWL, Bielefeld, Januar 2002)